Freitag, 13. August 2010

Das Warten hat ein Ende



Lange musste sich die Menschheit gedulden, Gerüchte und Legenden wurden von Generation zu Generation weitererzählt... (ist das etwas zu übertrieben?)...

...Egal! Hauptsache ist, dass einige Geheimnisse am 9. September gelüftet werden. Wir freuen uns darauf, Euch einige Erlebnisse und Geschichten (und öppä en Seich) zu erzählen. Um 20 Uhr beginnt der Spass im Restaurant Sonne in Krummenau!
See you there!!!

Dienstag, 13. Juli 2010

Time to say goodbye




Wie schnell doch die Zeit vergeht... Was macht man in Kenia? Natürlich was alle machen; Safari! Allerdings nur fuer einen Tag, aber wir sahen trotzdem ganz viele Wildtiere, von Antilopen ueber Bueffel und Nashoerner bis Zebras. Als naechstes machten wir einen Abstecher in den Regenwald. Schade dass hier in Kenia nur noch ein ganz kleines Stueck davon uebrig ist, der ganze Rest ist entweder in Rauch aufgegangen oder steht als Salontisch in unseren Wohnzimmern... Weiter ging es nach Nairobi. Genauer gesagt in die "Jungle Junction", einem bekannten Overlander-Treffpunkt. Und dort kamen sich unseretwegen einige Leute ziemlich verarscht vor. Wieso? Nun, es waren lauter Landrover und Landcruiser dort, die meisten mit ziemlich teurem Equipment ausgeruestet und gemacht um so richtig in die Wildnis zu fahren. Und dann kamen wir mit unserem alten, klapprigen, kleinen Justy daher und allem fiel die Kinnlade runter. Wir parkten direkt hinter einem riesigen Overland- Lastwagen. Die Raeder reichten fast bis zum Dach unseres Justys, und das Ding muss wohl eine halbe Million gekostet haben...

Und eben, die Zeit verrinnt. Es war schon einige Zeit absehbar dass wir wohl nicht weiter als Kenia kommen werden. Und Nairobi schien uns ein wuerdiger Endpunkt fuer unsere Reise. Das hiess fuer uns, dass wir mal ausmisten mussten. Wir kramten alles zusammen, das wir mit nach Hause nehmen wollten. Und dann war da immer noch wahnsinnig viel Zeug in unserem Auto. Was tun damit? Ganz einfach: man oeffnet alle Tueren und sagt allen Overlandern in der Jungle Junction dass wir einen Flohmarkt machen. Und siehe da, innert kurzer Zeit war der Justy leer. Alles fand irgendwo einen Abnehmer, sogar der Dachstaender und unsere Benzintankkiste wurden abmontiert.

Und dann hiess es Abschied nehmen. Nicht nur von unseren Freunden in der Jungle Junction, sondern auch von unserem treuen Kameraden Guschti. Er fand sein "Altersheim" auf einem Parkplatz in der Nähe des nairobischen Flughafens. Die letzten 100 Tage hat er uns zuverlässig gedient und auch auf den härtesten Strassen tapfer gekämpft. Wir hatten auf unseren rund 18'000 Kilometern nach Kenia nie ernsthafte Probleme. Eine defekte Gummimanschette, ein Alternator (vergebens) gewechselt und eine gebrochene Stossdämpferfeder. Das war alles. Wir hoffen dass Guschti von den kenianischen Zollbehörden den ihm gebührenden Respekt bekommt.

Und so nahm unsere Reise ein Ende. In den letzten dreieinhalb Monaten hatten wir unzählige schöne Erlebnisse und durften wahnsinnig viele Leute kennenlernen. Es entstanden neue Freundschaften und viele Abenteuer bleiben für uns unvergesslich. Wir möchten das Erlebte mit Euch teilen und planen einen Fotoabend für Alle. Sobald wir ein Datum fixiert haben, werdet Ihr es früh genug auf dieser Seite erfahren. Wir freuen uns schon jetzt Euch einige Räubergeschichten zu erzählen.

Danke und bis bald...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Metzgete!



So, da waehren wir wieder. Die letzten zwei Wochen waren im viellerlei Hinsicht ein Highlight auf unserer Reise. Zuerst schauten wir uns einige interessante Tiere in Aethiopien an wie z.B. Nilpferde, Zebras, Paviane und Krokodile an. Speziell die Krokodile haben uns beeindruckt. Wenn so ein Riesenreptil von fuenf Metern Laenge neben deinem Boot vorbeischwimmt hoffst du einfach dass es schon Zmittag gegessen hat.

Danach haben wir einige Staemme von Eingebohrenen besucht. Ihr kennt sicher einige aus dem Fernsehen. Sie tragen allerlei Schmuck, dafuer haben nicht alle Kleider an. Die Mursifrauen tragen zum Beispiel eine ca. 10cm grosse Platte in ihren Lippen und Maiskolben auf dem Kopf... Wirklich eindruecklich wie diese Leute noch heute leben wie wohl schon seit tausenden von Jahren. In einem Dorf der "Hamer" verbrachten wir dann noch eine Nacht bei den Einheimischen. Zum Abendessen gab es frisches Geissenfleisch. Frischer geht nicht, die Geis lief selber zu uns und wurde dann mit dem rostigen Kuechenmesser ins Jenseits befoerdert. Und da auch der beste Hamermann im Dunkeln nichts sehen kann, bediente man sich Saemis Petzl-Stirnlampe um die Geiss zu zerlegen. Saemi konnte dieses Spektakel leider nicht mitansehen, er musste mit einem Jungen zurueck ins nahe Dorf um Honigwein fuer alle zu besorgen. Die Eingeweide der Geiss wurden sofort in eine Pfanne gegeben und auf dem offenen Feuer gebraten. So kam ich in den Genuss von frischer Geissenleber und Niere... Als dann aber der Topf mit dem Blut herumgegeben wurde, musste ich schnell zur Toilette. "Leider" war nichts mehr uebrig als ich zurueckkam...

Seit drei Tagen sind wir nun in Kenya. Die Strasse von der Grenze in Moyale bis nach Isiolo ist knapp 500km lang und traegt vielleicht zurecht den Titel der "worst road in Africa". Etwa 400km davon sind Dreck, Steine und Sand, und so manche Autogeschichte hat hier ein neues Kapitel erhalten. Es ist etwa so wie wenn man drei Tage in einem Steinbruch herumfaehrt. Auch unser Guschti hatte da nichts zu lachen. Er wehrte sich zwar tapfer, doch nach 300km ist eine Feder in der Vorderachse gebrochen. Im nahegelegenen Dorf hatte man keinen Ersatz, so wurde sie mal geschweisst. Doch erwartungsgemaess hielt das nicht lange, nach 30km ging der Guschti erneut in die Knie. Alles half nichts, wir mussten in der Stadt Isiolo Ersatz besorgen. Saemi brachte einen guten Vergleich: Das ist etwa so wie wenn man in Wildhaus auf einen Lastwagen springt, auf einer schlechten Dreckstrasse bis nach Wil faehrt, dann auf Teer weiter bis Bern, die Feder besorgt und auf dem selben Weg zurueck...

Nun wollen wir noch etwas die Kenyanische Tierwelt anschauen. Allzuschnell geht die Zeit vorbei...

Freitag, 25. Juni 2010

und so viele Leute...

Wie lange hat man durchschnittlich um 250km zurueckzulegen? Ich meine auf normalen Strassen. Drei Stunden? Hier in Aethiopien hatten wir etwas laenger, nach neun Stunden Schotterstrassen, Schlagloechern und Kuehen auf der Strasse kamen wir dann auch an. Doch das war zum Glueck nur ein kleiner Abschnitt auf unserem Weg in die aethiopische Hauptstadt Addis Ababa. Man muss sagen dass die wichtigsten Strassen in einem sehr guten Zustand sind. Und an den anderen Orten wird mit Hilfe von chinesischen Strassenbauern eifrig daran gearbeitet. Das Fahren an sich ist ziemlich unterhaltsam. Sobald man in ein Dorf kommt, rennen ueberall Kinder aus den Haeusern und rufen uns "you, you, you" zu. Anscheinend kommt das urspruenglich davon, dass sie "hello, how are you" sagen wollten. Geblieben ist aber nur noch "you". Und sobald wir irgendwo schnell anhalten (um vielleicht schnell zu pinkeln...), stehen sofort zehn Leute um unser Auto. Und glaubt mir, hier sind ueberall Leute, einfach unglaublich! In den mittlerweile eineinhalb Wochen die wir hier sind, sind wir wohl noch nie zwei Minuten am Stueck gefahren ohne dass Leute am Strassenrand stehen. Leute,Esel, Kuehe, Schafe, Kamele, Hunde, alles ist auf der Fahrbahn, aber das macht das Ganze auch so interessant. Wir freuen uns jedenfalls auf noch mehr Aethiopien!!!

Freitag, 18. Juni 2010

Aethiopisches Bier gefaellig?

Nach zwei Wochen warten und rumsitzen sind wir wieder on the road. Von der Hafenstadt Wadi Halfa rasten wir 900km durch die Wueste in die sudanesische Hauptstadt Khartoum. Dort mussten wir uns ein Visum fuer Aethiopien besorgen, und natuerlich nochmals zwei Tage warten. Wir hatten auch noch Probleme mit unserem Alternator. Die Batterie wurde nicht mehr geladen und wir merkten es erst als es schon zu spaeht war und der Justy keinen Zuck mehr tat. Zum Glueck trafen wir einen einheimischen "overlander". Er hatte eine eigene Garage und half uns einen Ersatz zu suchen, am Schluss funktionierte alles wieder. Also nichts wie los nach Aethiopien. Im Sudan war es wie schon in Aegypten zwischen 45 und 50 Grad heiss und wir konnten es kaum erwarten ins aethiopische Hochland zu fahren. Der groesste Teil des Landes liegt ueber 1800muM, alles ist gruen und es ist angenehm warm. Wir fuhren zu einem bekannten Campingplatz am Lake Tana, der von einem hollaendischen Paar betrieben wird. Super wenn man nicht mehr nur Kamele und Esel sieht wie im nahen Osten. Die Artenvielfalt ist gross, wir sahen Schlangen, Skorpione, Adler, Geier und sogar Nilpferde. Letztere betrachtet man besser aus der Ferne. So friedlich wie sie aussehen sind sie leider nicht. Neben der Muecke (Malaria) ist das Nilpferd der zweithaeufigste Menschenkiller in Afrika. Ihr Fussabdruck ist so gross wie ein grosser Suppenteller und sie erreichen eine Geschwindigkeit von knapp 50km/h. Da muss auch der schnellste Sprinter einpacken...

Als wir vom Tana Lake weiterfuhren bemerkten wir, dass der Scheibenwischer (ja, hier ist Regenzeit) nur ganz langsam funktionierte. Die Uhr im Armaturenbrett war auch ziemlich schwach beleuchtet und wir ahnten Boeses: funktioniert unser Alternator schon wieder nicht mehr? Wir wussten die Antwort spaehtestens als unser Guschti den Dienst versagte. Kein Wank mehr, 30 Kilometer Schotterpiste bis zur naechsten Garage. Schnell war klar was zu tun war: Batterie ausbauen, einer geht in die Stadt um sie zu laden damit wir wenigstens dorthin fahren koennen um den Alternator zu pruefen. Natuerlich losten wir aus wer in die Stadt "darf" und wer dort warten solle. Es traf mich. Mit der Batterie im Rucksack huepfte ich in den naechsten Bus und fuhr nach Gonder. Saemi wurde es inzwischen nicht langweilig. Sobald man irgendwo anhalten muss, versammeln sich sofort 10 bis 20 Leute um das Auto. Er wurde eingeladen das einheimische "Bier" zu probieren, eine truebe, graubraune Bruehe mit "Chnoetzen" die obenaufschwimmen. Ein Genuss war es anscheinend nicht, doch der erwartete Durchfall blieb aus. Nach fuenf Stunden war ich zurueck beim Auto, doch das Problem war damit noch nicht behoben. Per Zufall fanden wir dann doch noch den Fehler, eine schlechte Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Alternator war also noch gut, wir haben ihn in Khartoum sinnlos gewechselt. Aber das ist es ja was das Reisen mit einem Auto so interessant macht...

P.S Die Internetverbindung ist leider ziemlich schlecht hier. Darum muesst ihr euch die Bilder selber vorstellen...

Donnerstag, 10. Juni 2010

Langeweile?



Gebt mal bei google Langeweile ein!

Langeweile (früher lange Weile), österr. auch Fadesse, ist in der Grundbedeutung das Gefühl, dass die Zeit ungewöhnlich langsam vergeht, hervorgerufen durch völlige Untätigkeit und fehlende Ablenkung. Diese subjektive Wahrnehmung führt häufig zu Empfindungen der Unlust. Der Zustand der Langeweile ist negativ bezeichnet, im Unterschied zur Muße. In der Philosophie des Existentialismus ist Langeweile ein Grundzustand der menschlichen Existenz.

Wir warten und warten und warten und... Na ja, eigentlich ist alles halb so schlimm. Das Boot mit unseren Auto's ist zwar noch angekommen, doch wir haben ja alle Zeit der Welt. Vielleicht im Gegensatz zu unseren Freunden aus Norwegen. Sie moechten an die WM nach Suedafrika und haben Tickets fuer das Spiel Daenemark- Japan am 24. Juni. Und es sind doch noch einige Tausend Kilometer, das gibt die eine oder andere Nachtfahrt... Irgendwie ist es ganz unterhaltsam mit all den Leuten hier. Es sind Leute aus Oesterreich, Norwegen, England, Australien, Neuseeland, Uganda, Holland, Amerika, Polen und wohl noch aus anderen Laendern hier. Bis wir alle Raeubergeschichten ausgetauscht haben, kann also noch etwas Zeit vergehen. Oder man kann eine Rundfahrt um Wadi Halfa machen in einem Tuctuc. Und dann ist ja immer noch die arabische Sprache die wir lernen koennten. Doch wir sind noch nicht ueber die Zahlen eins bis zehn und einige Hoeflichkeits- floskeln hinaus gekommen. Doch eigentlich hoffen wir nicht dass wir so lange bleiben bis wir fliessend arabisch sprechen.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Sudan!!!


Juhui, ums gleich vorne wegzunehmen: Wir sind im Sudan, genauer gesagt in Wadi Halfa. Doch wir mussten ziemlich viel Geduld beweisen bis wir hier waren.
Wir waren froh als wir am Montag Morgen unsere Sachen packen konnten und uns auf den Weg zur Faehre machten. Zweieinhalb Wochen verbrachten wir in Aegypten und sagen wir's mal so, wir werden es nicht vermissen. Die Leute dort wollen dir immer helfen, aber nur gegen Bargeld, leider. Man wird dauernd angehauen ob man irgendwelche Touren machen oder Souvenirs kaufen moechte. Und die Leute sind geradewegs penetrant und sehr hartnaeckig. Dazu kommt dass sie dich bei jeder Gelegenheit ueber den Tisch ziehen wollen und bei Touristen Preise weit weg von gut und boese verlangt werden. Leider ist dieses Bild auch bei anderen Reisenden nicht besser, sehr schade. Doch genug gejammert, es hat uns gut getan dass wir das mal erlabt haben.
Wir waren also am Montag am Hafen und nach einer sehr schnellen Passkontrolle durften wir als erste auf das Schiff. Auf dem Oberdeck breiteten wir uns aus und spannten Leintuecher und Decken auf um uns gegen die Sonne zu schuetzen. Bei knusprigen 45 Grad warteten wir dann mal eben sechseinhalb Stunden bis wir wirklich ablegten. In dieser Zeit wurde die Faehre und ein Beiboot mit Waren beladen die in den Sudan sollten. Wer's nicht gesehen hat kann sich's kaum vorstellen wie es zu und hergeht. Alles, wirklich alles wird von Hand oder auf Schubkarren hergebracht, kein Kran, keine Maschinen. Zum Glueck hatten wir Schatten, an barfusslaufen auf dem heissen Stahldeck war nicht zu denken. Mit uns waren noch mehr Afrikareisende: Clemens und Elias aus Oesterreich, Jarle und Jomar aus Norwegen, Paul, Liz, Darren, Bonnie, Roger und Obia aus England und Kinkay aus Japan, er faehrt mit dem Velo nach Kape Town (viel Spass...). Die Nacht auf dem Oberdeck war erwartungsgemaess nicht wirklich komfortabel, doch das nimmt man in Kauf. Am Dienstag um etwa 11.30 waren wir dann in Sichtweite des sudanesischen Hafens, um 17.00 immer noch... Es gab irgendein Problem, so warteten wir nochmals einige Stunden unter der gemuetlich warmen, afrikanischen Sonne... Doch es geht immer irgendwie weiter und wir kamen dann doch noch an Land. Lieber spaet als nie.
In Wadi Halfa, der Hafenstadt, duerfen wir nun nochmals etwas warten. Unsere Autos mussten mit einem anderen Boot in den Sudan fahren. Und dieses Boot wird vielleicht heute, vielleicht morgen oder irgendwann hier eintreffen. Erst dann sehen wir unseren Guschti wieder und die Reise durch das "richtige" Afrika kann losgehen!
P.S Das Internet ist etwas langsam hier, weshalb wir nicht allzuviele Bilder hochladen koennen. Aber schaut doch mal auf Jarle's Seite: www.betsy.no Da sind mehr Bilder von uns!
Es gibt noch mehr Websites von unseren Freunden: http://transafrika.at oder auch www.afritracks.com http://www.crabtocape.org.uk/